Schwarzwasser- Altvater

Von der Ortsgruppe Schwarzwasser



Schwarzwasser Ortstreffen 1.Mai 2016 in Pfronten

 

 

 

„Gepauert“, was das Zeug hält

 

Gedenken an 70 Jahre Vertreibung und Wiedersehensfreude prägten das 23. Heimattreffen der Landsleute aus Schwarzwasser/Kreis Freiwaldau Anfang Mai im bayerisch-schwäbischen Pfronten.

 

Ortsbetreuer Wilhelm Rubick begrüßte Vizebürgermeister Manfred Seebold. Seebold hatte den jungen Gemeinderat Lars Christian Kink mitgebracht, dessen Wurzeln ebenfalls in Schwarzwasser liegen. Zuvor hatten die Landsleute in der Sankt-Nikolaus-Kirche Gottesdienst gefeiert. Am Vorabend waren 40 sudetendeutsche und bayerische Freunde im Bayerischen Hof zu einem Musikabend gekommen den Hans Hein aus Schwarzwasser und Hermann Flassig aus Setzdorf gestaltet hatten.

„Die Heimat begegnet uns immer wieder neu in diesem Miteinander in Pfronten“, so Rubick. Die Ausdrucksweise war deftig und die Atmosphäre fröhlich an diesem Mittagessen bei „Wurstfülle“ im Hotel Bergpanorama im Ortsteil Weißbach. Alte Bilder wurden ausgetauscht, aber auch aktuelle von den Kindern, Enkeln und dem Zuhause. Manche Erinnerung machte wehmütig, manche löste Heiterkeit aus. Die Heimatgedanken bewahren über Mauern und Grenzen hinweg, das solle das Treffen bewirken, meinte Rubick.

Seebold überbrachte die Grüße der Gemeinde und den Dank für 23 Jahre Treue. Dies veranlaßte ihn, über die 23 zu philosophieren: „23 ist die erste Primzahl über 20, das Blut zirkuliert in 23 Sekunden einmal durch den Körper, beim Fußballspiel sind mit dem Schiedsrichter 23 Personen auf dem Platz, die Ein-Euro-Münze hat einen Durchmesser von 23 Millimetern und die Summe der Zahlen der Redewendung „08/15“ ergibt 23.“ Vor allem aber freue er sich, daß die Ortsbetreuung wieder viel mehr als 23 Besucher habe begeistern können, an diesem Treffen teilzunehmen. Rubick versprach Kink, ihm bei der Suche nach seinen Vorfahren zu helfen.

Ewald Seifert erinnerte an die Verstorbenen in der Heimat, die Gefallenen im Krieg, die Toten auf der Flucht und bei der Vertreibung sowie an die Verstorbenen in der „neuen“ Heimat. Im Rechenschaftsbericht bescheinigte Seifert der Ortsbetreuer-Familie Brunhilde und Wilhelm Rubick einen sorgsamen und umsichtigen Umgang mit den Spenden und dankte den Spendern.

Anschließend ging Rubick auf 70 Jahre Vertreibung ein: „Allein aus dem Kreis Freiwaldau gingen ab Januar 1946 von der Muna, der Munitionsfabrik bei Niklasdorf, 49 Transporte mit 51500 Sudetendeutschen in das zerbombte Deutschland. Die Vertreibung führte zum Niedergang ganzer Regionen und zum Untergang regionaler Kulturen. Das betrifft nicht nur die Opfer der Vertreibung, sondern auch die Länder und Völker, die auf dem ersten Blick von dieser wohl größten Enteignung der Geschichte profitierten. Mit den ursprünglichen Bewohnern wurden auch der Wohlstand und das Wissen über die Grenze gejagt. In der Bundesrepublik haben wir Sudetendeutsche durch Fleiß und unsere Tüchtigkeit einen wesentlichen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes geleistet. Wir haben wie unsere Vorfahren aus dem Nichts Städte gegründet und Industrien aufgebaut und zum Wohnungsbau beigetragen“

Rubick gab bekannt, daß das nächste Treffen im Juni nahe Bad Kissingen und die Heimatfahrt nach Schwarzwasser im August stattfinde. Bei Kaffee und Füllkucha von Bruni Rubick, Schneeballa und Zimtröllchen von Inge Seifert sowie Mohn- und Quarkkuchen von Hannelore Köperschmidt wurde wieder „gepauert“, was das Zeug hält.

 

Quelle:

Text aus Sudetendeutsche Zeitung Folge 19/13.5.2016

    

 

Ortsbetreuer von Schwarzwasser, Wilhelm Rubick (helles Hemd), begrüßt Pfrontens stellvertretenden Bürgermeister Manfred Seebold. Weitere Personen v. li.: Günther Schubert und Ewald Seifert, beide Mitareiter in der Ortsbetreuung, und rechts Gemeindetats-Mitglied Lars Christian Kink.

 

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Schwarzwasser Fahrt August 2016